Revolution im Lagerhaus

Obwohl sich mit Sprachtechnologie lager- und distributionsspezifische Arbeitsabläufe nachweislich deutlich optimieren lassen, halten sich viele Unternehmen bei der Einführung entsprechender Systeme zurück. Sie befürchten, dass damit auch ein Austausch der bestehenden IT-Umgebung notwendig wird. Ein Beispiel aus Großbritannien zeigt, dass dies keineswegs so sein muss: Bei Aberness Ltd. wurde die Sprachtechnologie-Lösung von Vocollect in das vorhandene IT-System integriert.

Aberness ist ein Lebensmitteleinzelhändler und -distributeur, der 44 eigene Filialen sowie rund 140 Filialen seiner Kunden von einem zentralen, 5.100 Quadratmeter großen Distributionszentrum aus beliefert. Jede Woche fertigt das Unternehmen über 900 Aufträge ab, die in ihrer Größe von einem bis zu 400 Gebinden variieren und in der Woche zu über 55.000 Kommissionierungen führen.

Das Unternehmen ist gefordert, sowohl die Einkaufsanforderungen der eigenen Kunden zufrieden zu stellen, als auch die der Kunden der anderen belieferten Läden. Jeder Rückgang der Lieferbereitschaft hat nicht nur deutliche negative Folgen für die freien Einzelhändler, die von den Lieferungen von Aberness abhängen, sondern auch unmittelbar für die eigene Ertragslage.

Vor der Einführung von Sprachtechnologie basierte die Organisation der Lagerabläufe des Unternehmens überwiegend auf Papier. Das Lieferbereitschaftslevel gegenüber den Kunden lag bei rund 94 Prozent. Aberness hielt mehr Waren als nötig bereit und verlor große Summen durch mangelnde Rotation und Kontrolle verderblicher Produkte. Die durchschnittliche Kommissionierungsrate im Lager betrug 90 bis 140 Artikel pro Stunde. Zu Stoßzeiten konnten die Mitarbeiter die Bestellungen nur unter erheblichem Druck rechtzeitig abfertigen.

Es wurde beschlossen, dass die für Einkauf und Lagermanagement zuständigen Teams neue Reportinginstrumente erhalten sollten, um die Abläufe besser überwachen und lenken zu können. Ein entscheidendes Auswahlkriterium war, dass die Lösung in das existierende Pegasus Opera System zur Buchung von Packstücken integriert werden konnte. Nach einiger Suche entschied sich Aberness für ein sprachgesteuertes End-to-End-System, das sämtliche Aspekte seiner Distribution kontrolliert.

Das System, das vom britischen Systemhaus VoiteQ entwickelt wurde, basiert im Wesentlichen auf der sprachbasierten IT-Lösung des US-amerikanischen Herstellers Vocollect. Vocollects so genanntes Talkman-System besteht aus leichten aber robusten Computereinheiten, die Sprachbotschaften in Rechnerdaten und Rechnerdaten in Sprachbotschaften umwandeln können. Sie werden von Mitarbeitern im Lager am Gürtel getragen und helfen, ihre Tätigkeiten auf der Basis von Echtzeit-Dialogen zu steuern und zu kontrollieren.

Neben dem Talkman-System installierte VoiteQ außerdem eine Palette nützlicher Software-Lösungen – ein Lagerverwaltungs-, ein Einkaufs- und EPOS-System (EPOS = Electronic Point of Sale) –, die sich ebenso wie das Talkman-System nahtlos in die bestehende IT-Architektur einbinden ließen.

Ein Schlüsselvorteil der Talkman-Sprachtechnologie ist, dass sie sehr einfach zu handhaben ist und Anwender in kürzester Zeit eingelernt werden können. Anschließend lassen sich sehr schnell Verbesserungen in den Arbeitsabläufen – weniger Fehler, höhere Produktivität, mehr Arbeitssicherheit – beobachten, da der aufwändige Umgang mit Listen oder Handheld-Geräten entfällt. Mitarbeiter können sich ganz auf ihre Aufgabe konzentrieren. Gleichzeitig ist es ihnen im verbalen Dialog mit dem Zentralrechner möglich, jederzeit die Richtigkeit ihrer Handlungen zu überprüfen.

Vorteile im Detail

Von verbalen Anweisungen geführt, folgen die Lagerarbeiter in der Warenannahme bestimmten Regeln, die garantieren, dass bereits beim Eingang der Artikel alle neuen Barcodes identifiziert und alle Haltbarkeitsangaben zuverlässig erfasst werden. Das Lagerverwaltungssystem gleicht das tatsächliche Verfallsdatum mit den Absprachen ab, die Aberness mit seinen Lieferanten hat. Jedes Produkt mit einer ungeeigneten Haltbarkeit kann dadurch umgehend beanstandet werden.

Sprachgesteuerte Arbeitsabläufe stellen durch einfache Überprüfung der Palettennummer und der Standort-Prüfzeichen außerdem sicher, dass alle Palettenbewegungen zu großen Gebinden oder zum Kommissionierlager genau erfasst werden. Anschließend garantieren verbale Kontrolldialoge im Rahmen der Lagerauffüllung, dass das korrekte Produkt in den dafür vorgesehenen Kommissionierlagerort gelangt.

Kommissionierer brauchen keine Produktkenntnisse und können ihre Pick-Aktivitäten durch Prüfzeichen auf den Barcodes der Gebinde oder des Lagerortes überprüfen. Eine falsche Auswahl wird den Arbeitern sofort mitgeteilt. Außerdem sagt ihnen das System, wenn sie eine Verpackung öffnen müssen, um ein kleineres Gebinde zu entnehmen.

Seit der Einführung von Sprachtechnologie hat sich das Tempo der Kommissionierung von 90 bis 140 Aktionen pro Stunde auf einen Durchschnitt von über 160 gesteigert, mit Spitzenwerten von über 220. Gleichzeitig konnte die Fehlerquote bei der Kommissionierung auf ein absolutes Minimum reduziert werden: Die Arbeitsgenauigkeit liegt inzwischen bei fast 100 Prozent. Durch die Effizienzsteigerung war es Aberness möglich, die Öffnungszeiten der Warenlager um 4 Stunden pro Tag zu reduzieren. Teuere Überstunden sind heute kaum noch nötig.

Iain Millar, Pressereferent von Aberness: „Die Vorteile bei der Kommissionierung sind enorm, die Genauigkeit hat sich extrem verbessert, so dass die Fehlerrate bei nahezu null liegt.”

Graeme Hay, der Produktionsleiter von Aberness ergänzt: „Nachdem wir die Anwendung der Lösung gesehen hatten, waren wir davon überzeugt, dass wir mit dieser Hilfe unsere Warenlagerprozesse dramatisch verbessern können.”

Aberness hat seinen Lagerbestand um 20 Prozent reduziert und verbesserte seine Lieferbereitschaft auf 98 Prozent. Darüber hinaus verfügt das Unternehmen über hervorragende Reportinginstrumente, die die Lager- und Supply Chain Manager bei ihrer Arbeit unterstützen. Die Installation aller Systeme, die inklusive des Eigenaufwands von Aberness rund 1 Mio. EURO kostete, wird sich voraussichtlich in weniger als 24 Monaten amortisiert haben. 

Über Vocollect
Seit 1987 trägt Vocollect Inc. dazu bei, die Produktivität, Arbeitsgenauigkeit und Arbeitszufriedenheit mobilen Personals erheblich zu steigern und die Kosten zu senken. Vocollects Voice-directed-Work-Applikationen führen Mitarbeiter via Sprachdialog durch ihre täglichen Aufgaben und ersetzen traditionelle Arbeitslisten und umständliche Datenerfassungsmethoden. Dank eines globales Netzwerks von Vertriebspartnern und Supply Chain-Performance-Experten können jeden Tag hunderttausende Menschen auf sechs Kontinenten ihre Arbeitsprozesse verbessern. Neben seinem Hauptsitz in Pittsburgh, USA, verfügt Vocollect über Niederlassungen in Europa, Lateinamerika und Asien. Weitere Informationen unter www.vocollect.com.

Vocollect®, Vocollect Voice®, and Voice-Directed Work® are trademarks of Vocollect, Inc. All rights reserved.

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